Social CRM ist längst kein Zukunftsthema mehr, sondern eine der relevantesten Entwicklungen im modernen Kundenmanagement. Unternehmen, die ihre Kunden wirklich verstehen wollen, müssen heute dort präsent sein, wo Gespräche stattfinden: auf LinkedIn, Instagram, Facebook und Co. Die Herausforderung liegt darin, diese Signale nicht isoliert zu betrachten, sondern sie direkt in bestehende CRM-Prozesse einzubinden. Ein durchdachtes Social CRM verbindet Social-Media-Daten mit klassischen Kundenprofilen, ermöglicht schnellere Reaktionen auf Anfragen und liefert ein vollständigeres Bild jedes Kontakts. Dieser Artikel erklärt, was Social CRM genau bedeutet, wie die technische und strategische Integration gelingt, welche Tools sich bewährt haben und welche konkreten Vorteile Unternehmen in 2026 daraus ziehen können.
Das Wichtigste in Kürze
- ✓Social CRM verbindet Social-Media-Interaktionen direkt mit CRM-Kundenprofilen und schließt so Datenlücken.
- ✓LinkedIn ist 2026 der wichtigste Social-CRM-Kanal im B2B-Vertrieb, Instagram und Facebook dominieren im B2C.
- ✓Ohne klar definierte Verantwortlichkeiten und Datenprozesse bleibt auch die beste Social-CRM-Integration wirkungslos.
- ✓HubSpot CRM und Zoho CRM bieten die ausgereiftesten nativen Social-Media-Integrationen für unterschiedliche Unternehmensgrößen.
- ✓Social-CRM-Erfolg lässt sich konkret messen: Reaktionszeiten, Lead-Konversionsraten und Profilvollständigkeit sind zentrale KPIs.
Was ist Social CRM und warum gewinnt es 2026 an Bedeutung?
Der Begriff Social CRM beschreibt die systematische Verknüpfung von Social-Media-Aktivitäten mit einem Customer-Relationship-Management-System. Während klassisches CRM primär auf E-Mails, Telefonate und Transaktionsdaten setzt, bezieht Social CRM auch öffentliche Interaktionen, direkte Nachrichten, Kommentare und Erwähnungen in sozialen Netzwerken in die Kundenhistorie ein.
Der Unterschied zum reinen Social-Media-Management ist entscheidend: Beim Social CRM geht es nicht nur darum, Beiträge zu planen oder Kennzahlen wie Likes und Reichweite zu messen. Es geht darum, Social-Media-Kontakte als vollwertige CRM-Datenpunkte zu behandeln. Wenn ein potenzieller Kunde auf LinkedIn einen Beitrag kommentiert, eine Frage stellt oder ein Produkt direkt anschreibt, sollte dieser Kontakt automatisch einem CRM-Datensatz zugeordnet werden können.
Die wachsende Bedeutung von Social CRM hat mehrere Ursachen. Erstens hat sich das Kommunikationsverhalten von B2C- und B2B-Kunden grundlegend verändert. Kaufentscheidungen werden heute oft durch Social-Media-Recherchen vorbereitet, Bewertungen gelesen und direkte Nachrichten an Unternehmen gesendet, bevor überhaupt ein formeller Kontakt entsteht. Zweitens ermöglichen fortschrittliche API-Verbindungen und Integrationsplattformen eine deutlich tiefere Vernetzung zwischen CRM-Systemen und sozialen Netzwerken als noch vor wenigen Jahren. Drittens verlangen Kunden zunehmend konsistente Erlebnisse über alle Kanäle hinweg: Wer heute auf Instagram antwortet, erwartet, dass der Kundenservice am nächsten Tag auch per Telefon über das vorangegangene Gespräch Bescheid weiß.
Social CRM ist dabei kein eigenständiger Systemtyp, sondern eine Erweiterung bestehender CRM-Ansätze. Es bereichert sowohl das CRM im Marketing als auch den Vertrieb und den Kundenservice um eine soziale Dimension. Unternehmen, die diese Integration konsequent umsetzen, gewinnen ein deutlich nuancierteres Bild ihrer Zielgruppe und können schneller und relevanter kommunizieren.
Besonders im B2B-Bereich hat sich LinkedIn als zentraler Social-CRM-Kanal etabliert. Vertriebsmitarbeitende nutzen die Plattform zur Leadrecherche, zum Beziehungsaufbau und zur direkten Kommunikation. Wenn diese Aktivitäten manuell im CRM nachgepflegt werden müssen, entsteht ein erheblicher Mehraufwand. Social-CRM-Integrationen automatisieren diesen Prozess und sorgen dafür, dass relevante Informationen direkt im Kundenprofil landen.
Ein oft unterschätzter Aspekt ist die Signalwirkung sozialer Daten für die Priorisierung von Vertriebsaktivitäten. Wenn ein Kontakt, der seit Monaten inaktiv war, plötzlich mehrere Beiträge eines Unternehmens liked oder eine Stellenanzeige teilt, ist das ein wertvoller Hinweis darauf, dass sich seine Situation verändert hat. Solche Signale gehen in klassischen CRM-Prozessen regelmäßig unter, weil sie außerhalb der gewohnten Datenkanäle entstehen. Social CRM macht sie sichtbar und handlungsrelevant.
Wie Social CRM technisch funktioniert: Daten, Kanäle und Integrationen
Die technische Grundlage eines Social CRM bilden API-Verbindungen zwischen Social-Media-Plattformen und dem jeweiligen CRM-System. Je nach Plattform und Tool unterscheidet sich der Umfang dieser Integration erheblich. Einige CRM-Anbieter bieten native Social-Media-Integrationen direkt im System an, andere setzen auf Middleware-Lösungen wie Zapier oder Make, um die Verbindung herzustellen.
Welche Datenquellen fließen in ein Social CRM ein?
Im Kern verarbeitet ein Social CRM drei Arten von Social-Media-Daten. Erstens öffentliche Profilinformationen, also Name, Berufsbezeichnung, Arbeitgeber und Interessen, die aus Plattformen wie LinkedIn oder Xing extrahiert werden können. Zweitens Interaktionsdaten: Wer hat auf welchen Beitrag reagiert, kommentiert oder geteilt? Diese Daten geben Aufschluss über das Interesse an bestimmten Themen oder Produkten. Drittens direkte Kommunikationsdaten aus Chats und Direktnachrichten, die bei entsprechenden Berechtigungen direkt in die CRM-Timeline überführt werden können.
Die Qualität dieser Daten hängt stark von den API-Richtlinien der jeweiligen Plattformen ab. Meta etwa hat in den vergangenen Jahren den Datenzugang für Drittanwendungen deutlich eingeschränkt, was die automatisierte Synchronisierung von Facebook- und Instagram-Daten komplexer macht. LinkedIn bietet über seine Sales Navigator API hingegen spezifische B2B-Integrationen, die für viele CRM-Systeme eine gut nutzbare Grundlage bilden.
Hinzu kommt, dass die Datenqualität sozialer Profile stark variiert. Während manche Nutzer ihre LinkedIn-Profile regelmäßig aktualisieren und detaillierte Berufsangaben pflegen, sind andere Profile veraltet oder unvollständig. Ein gut aufgestelltes Social CRM sollte daher Mechanismen zur Datenvalidierung enthalten, die neu eingespeiste soziale Informationen mit bestehenden CRM-Daten abgleichen und Widersprüche kennzeichnen, anstatt sie kommentarlos zu überschreiben.
Social Listening als Grundlage für CRM-Aktionen
Ein weiteres Element ist Social Listening: die systematische Überwachung von Erwähnungen, Markennamen, Produktbegriffen oder relevanten Keywords in sozialen Netzwerken. Spezialisierte Listening-Tools können diese Daten aufbereiten und an das CRM weiterleiten. So entsteht ein frühzeitiger Handlungsimpuls: Wenn ein Nutzer auf Twitter öffentlich nach einem Produkt fragt oder eine Beschwerde postet, kann das Serviceteam proaktiv reagieren, bevor ein formeller Supportfall entsteht.
In der Praxis bedeutet das etwa folgendes Szenario: Ein Bestandskunde postet auf LinkedIn, dass er mit einer bestimmten Softwarelösung unzufrieden ist und Alternativen sucht. Ein Social-Listening-Tool erfasst diese Erwähnung, ordnet sie dem bestehenden CRM-Kontakt zu und erstellt automatisch eine Aufgabe für den zuständigen Account Manager. Ohne Social CRM würde dieser Hinweis schlicht unbemerkt bleiben. Mit einer funktionierenden Integration hingegen verwandelt sich ein potenzieller Churn-Fall in einen proaktiven Kontaktpunkt.
Für die strategische Auswertung dieser Signale ist analytisches CRM unerlässlich. Erst durch die strukturierte Auswertung von Social-Media-Daten lassen sich Muster erkennen, Segmente verfeinern und Kampagnen gezielter ausrichten. Social CRM und analytisches CRM sind also eng miteinander verzahnt.
Social CRM in der Praxis: Anwendungsfälle und konkrete Mehrwerte
Die theoretischen Vorteile von Social CRM werden erst durch konkrete Anwendungsfälle greifbar. In der Praxis zeigen sich drei Bereiche, in denen die Integration von Social Media ins CRM besonders deutliche Ergebnisse liefert.
Lead-Generierung und Qualifizierung über Social Media
Vertriebsteams nutzen Social CRM, um Leads direkt aus sozialen Netzwerken in die Pipeline zu überführen. Ein Vertriebsmitarbeitender, der auf LinkedIn mit einem potenziellen Kunden in Kontakt tritt, kann diesen Kontakt mit einem gut integrierten System mit wenigen Klicks als Lead im CRM anlegen, inklusive aller verfügbaren Profildaten. Anschließend wird der LinkedIn-Verlauf automatisch mit dem CRM-Kontakt synchronisiert, sodass alle Folgeinteraktionen nachvollziehbar bleiben.
HubSpot CRM bietet hier eine der ausgereiftesten nativen Integrationen. Über das LinkedIn Sales Navigator-Add-on können Nutzer Profile direkt aus dem CRM heraus aufrufen, Aktivitäten protokollieren und Empfehlungen für ähnliche Kontakte erhalten. Die Verbindung zwischen Social-Media-Aktivität und CRM-Timeline ist dabei nahtlos und erfordert keine manuelle Datenpflege. Wer sich einen Überblick über HubSpot CRM verschaffen möchte, findet dort auch Informationen zu den verfügbaren Integrationsmöglichkeiten.
Besonders wertvoll ist dieser Ansatz bei der Lead-Qualifizierung. Statt Leads ausschließlich anhand von Formularfeldern zu bewerten, fließen auch soziale Signale in den Lead-Score ein. Ein Kontakt, der aktiv Beiträge des Unternehmens kommentiert, an einem Webinar teilgenommen hat und im richtigen Unternehmensumfeld tätig ist, erhält automatisch einen höheren Score als ein anonymer Form-Submit ohne weiteren Kontext. Das macht den Qualifizierungsprozess deutlich präziser und entlastet Vertriebsteams bei der Priorisierung ihrer Aktivitäten.
Kundenservice über Social Media kanalisieren
Viele Kunden wählen heute soziale Netzwerke als ersten Kontaktpunkt für Supportanfragen. Ein Unternehmen, das auf diese Nachrichten nur im Social-Media-Tool reagiert, verliert wertvolle Kontextinformationen. Social CRM löst dieses Problem, indem eingehende Nachrichten aus sozialen Netzwerken direkt als Servicetickets oder Kontaktvorgänge im CRM angelegt werden. So sieht der Mitarbeitende sofort, ob es sich um einen Bestandskunden handelt, welche Produkte er gekauft hat und ob es bereits frühere Supportfälle gab.
Zoho CRM ist ein Beispiel für ein System, das Social-Media-Kanäle direkt im CRM-Desk-Modul abbildet. Eingehende Nachrichten von Facebook oder Twitter können dort als Leads oder Kontakte erfasst werden, ohne die Plattform zu wechseln. Das reduziert Medienbrüche erheblich und verbessert die Reaktionszeiten im Kundenservice. Das Zoho CRM-Profil gibt einen guten Überblick über den Leistungsumfang.
Personalisiertes Marketing auf Basis sozialer Signale
Social-Media-Daten liefern wertvolle Hinweise auf Interessen, Lebensphasen und Kaufbereitschaft. Unternehmen, die diese Signale in ihre CRM-Segmentierung einbeziehen, können deutlich personalisierte Kampagnen entwickeln. Ein Kontakt, der regelmäßig Beiträge zu einem bestimmten Thema liked oder kommentiert, sendet klare Signale über sein Interesse, das sich als Trigger für eine gezielte E-Mail-Kampagne nutzen lässt. Dieser Ansatz verbindet Social CRM mit klassischem Marketing-Automation und zeigt, wie eng verzahnt diese Disziplinen heute sind.
Die besten Tools für Social CRM im Vergleich

Die Wahl des richtigen Tools für Social CRM hängt vom Unternehmenskontext, der Teamgröße und den genutzten Social-Media-Kanälen ab. Nicht jedes CRM-System ist gleich gut für die Verarbeitung sozialer Daten geeignet. Im Folgenden werden die wichtigsten Unterscheidungsmerkmale und einige bewährte Optionen vorgestellt.
Worauf es bei der Tool-Auswahl ankommt
Bei der Bewertung von CRM-Systemen für den Social-CRM-Einsatz sollten folgende Kriterien im Vordergrund stehen. Erstens die Tiefe der nativen Integrationen: Kann das System Social-Media-Daten direkt verarbeiten, oder ist stets eine externe Middleware notwendig? Zweitens die Automatisierungsfähigkeiten: Werden eingehende Social-Media-Nachrichten automatisch zugeordnet, oder muss dies manuell geschehen? Drittens die Datenschutzkonformität: Gerade im DSGVO-Umfeld müssen Social-Media-Daten rechtskonform verarbeitet und gespeichert werden.
| Tool | Native Social-Integration | Stärke | Besonders geeignet für |
|---|---|---|---|
| HubSpot CRM | LinkedIn, Facebook, Instagram | Umfangreiche Marketing-Hub-Verbindung | B2B und B2C Inbound-Teams |
| Zoho CRM | Facebook, Twitter, LinkedIn | Social-Tab direkt im Kontaktprofil | KMU mit Multi-Channel-Bedarf |
| ActiveCampaign | Via Zapier/Make, Facebook Ads | Starke Marketing-Automation | E-Commerce und Newsletter-lastige Teams |
| Pipedrive | Via Marketplace-Add-ons | Klare Pipeline-Verwaltung | Vertriebsteams mit Social-Selling-Fokus |
ActiveCampaign etwa verbindet Social-Media-Werbedaten mit CRM-Kontakten und ermöglicht so automatisierte Follow-up-Sequenzen auf Basis von Facebook-Lead-Ads. Wer wissen möchte, wie das in der Praxis aussieht, kann das ActiveCampaign-Profil als Ausgangspunkt nutzen.
Für Vertriebsteams mit starkem Social-Selling-Ansatz ist Pipedrive eine solide Wahl. Über den Marketplace lassen sich Social-Media-Integrationen nachrüsten, und die klare Pipeline-Struktur hilft dabei, Social-Media-Leads systematisch durch den Vertriebsprozess zu führen. Besonders der Einsatz im B2B-Vertrieb profitiert von dieser Kombination aus strukturiertem Vertriebsmanagement und sozialer Signalverarbeitung.
Grundsätzlich gilt: Ein System, das Social-Media-Daten nativ verarbeitet, ist einer reinen Middleware-Lösung in den meisten Fällen vorzuziehen, weil native Integrationen stabiler, wartungsärmer und tiefer in die CRM-Logik eingebettet sind. Middleware-Lösungen sind jedoch dann sinnvoll, wenn das bevorzugte CRM-System keine native Integration bietet, aber in anderen Bereichen sehr gut zum Unternehmen passt. In diesen Fällen lohnt sich eine sorgfältige Prüfung, welche Datenpunkte tatsächlich automatisiert übertragen werden sollen und ob die Middleware zuverlässig genug für den produktiven Einsatz ist.
Typische Fehler bei der Social-CRM-Einführung und wie man sie vermeidet
Die Einführung eines Social CRM scheitert in der Praxis häufig nicht an der Technologie, sondern an organisatorischen und konzeptionellen Fehlern. Wer diese kennt, kann sie gezielt umgehen und die Implementierung deutlich reibungsloser gestalten.
Ein häufiger Fehler ist die Überfokussierung auf Datenmenge statt auf Datenqualität. Wenn alle verfügbaren Social-Media-Daten ohne Filter ins CRM gespielt werden, entsteht schnell ein unübersichtliches Datenchaos. Kontakte werden mit irrelevanten Informationen angereichert, Duplikate häufen sich, und das Team verliert das Vertrauen in die Datenqualität. Besser ist es, von Anfang an klare Filterregeln zu definieren: Welche Plattformen sind relevant? Welche Interaktionstypen rechtfertigen eine CRM-Erfassung? Ab welchem Schwellenwert gilt eine Social-Media-Verbindung als qualifizierter Lead?
Ein weiterer verbreiteter Fehler ist die fehlende Abstimmung zwischen Marketing, Vertrieb und Kundenservice. Social CRM berührt alle drei Abteilungen, und wenn jede Einheit eigene Prozesse definiert, entstehen inkonsistente Kundenerlebnisse. Ein Kunde, der morgens auf Instagram eine Antwort vom Marketingteam erhält und nachmittags vom Vertrieb angerufen wird, ohne dass der Vertriebsmitarbeitende von der Instagram-Konversation weiß, erlebt einen klassischen Medienbruch, der das Vertrauen in das Unternehmen beschädigt. Social CRM entfaltet seinen vollen Wert nur dann, wenn alle relevanten Teams auf dieselbe Datenbasis zugreifen und gemeinsame Prozesse vereinbart haben.
Schließlich unterschätzen viele Unternehmen den Pflegeaufwand sozialer Daten. Profile verändern sich, Menschen wechseln Stellen, Konten werden gelöscht. Ein Social CRM, das einmal eingerichtet und dann nicht mehr aktiv betreut wird, liefert nach einigen Monaten veraltete und fehlerhafte Daten. Regelmäßige Datenbereinigungen und automatisierte Validierungsregeln sind daher kein optionaler Aufwand, sondern ein notwendiger Bestandteil des Social-CRM-Betriebs.
Social CRM strategisch einführen: Schritt für Schritt zur Integration
Die technische Verfügbarkeit einer Social-CRM-Integration allein reicht nicht aus. Erst eine durchdachte Strategie macht die Integration zum echten Mehrwert. Viele Unternehmen scheitern daran, dass Social-Media-Daten zwar ins CRM fließen, aber niemand definiert hat, wer damit was tun soll.
Schritt 1: Ziele und Verantwortlichkeiten klären
Bevor ein Social CRM eingeführt wird, sollten klare Ziele definiert werden. Soll primär der Kundenservice beschleunigt werden? Geht es um die Verbesserung der Lead-Qualifizierung? Oder steht die Personalisierung von Marketingkampagnen im Vordergrund? Je nach Zielsetzung unterscheiden sich die notwendigen Integrationen, die relevanten KPIs und die betroffenen Teams erheblich.
Verantwortlichkeiten müssen klar geregelt sein: Wer pflegt Social-Media-Kontakte im CRM nach? Wer reagiert auf eingehende Nachrichten über soziale Kanäle? Wenn diese Fragen ungeklärt bleiben, entstehen Datenlücken und schlechte Kundenerlebnisse. Die Messung des Erfolgs sollte anhand konkreter CRM-KPIs erfolgen, etwa Reaktionszeit auf Social-Media-Anfragen, Konversionsrate von Social-Media-Leads oder die Vollständigkeit sozialer Daten im Kontaktprofil.
Schritt 2: Kanäle priorisieren und Datenprozesse definieren
Nicht alle sozialen Netzwerke sind für jedes Unternehmen gleich relevant. Ein B2B-Softwareanbieter wird LinkedIn priorisieren, während ein Direct-to-Consumer-Modehändler Instagram und TikTok stärker gewichten sollte. Es empfiehlt sich, mit einem Kanal zu beginnen, die Prozesse zu testen und dann schrittweise weitere Plattformen einzubinden.
Für jeden Kanal müssen Datenprozesse definiert werden: Welche Informationen werden ins CRM übertragen? Wie werden Dubletten vermieden? Wie wird sichergestellt, dass eingehende Nachrichten korrekt dem richtigen Kontakt zugeordnet werden? Diese Fragen sind technisch lösbar, müssen aber bewusst adressiert werden.
Schritt 3: Team schulen und Adoption sicherstellen
Die beste Integration nützt wenig, wenn das Team sie nicht nutzt. Schulungen sollten nicht nur die technische Bedienung erklären, sondern auch den Mehrwert für den einzelnen Mitarbeitenden verdeutlichen. Ein Vertriebsmitarbeitender, der versteht, dass er dank Social CRM besser informiert ins Kundengespräch geht, wird die Integration aktiv nutzen. Regelmäßige Reviews der genutzten Daten und eine offene Fehlerkultur bei der Datenpflege helfen dabei, die Qualität der sozialen CRM-Daten langfristig hoch zu halten.
Fazit: Social CRM als strategischer Wettbewerbsvorteil
Social CRM ist kein optionales Add-on, sondern eine strategische Notwendigkeit für Unternehmen, die in einem zunehmend social-getriebenen Marktumfeld wettbewerbsfähig bleiben wollen. Die Integration von Social-Media-Daten ins CRM schafft vollständigere Kundenprofile, beschleunigt Reaktionen und ermöglicht eine Personalisierung, die auf echten Signalen basiert statt auf Annahmen. Der Einstieg gelingt am besten mit einem klaren Fokus auf einen Kanal, definierten Verantwortlichkeiten und einem CRM-System, das die gewünschten Integrationen nativ oder via Middleware unterstützt. Wer heute in eine durchdachte Social-CRM-Strategie investiert, legt die Grundlage für stärkere Kundenbeziehungen und effizientere Vertriebsprozesse in den kommenden Jahren. Einen umfassenden Überblick über die aktuell besten CRM-Lösungen für unterschiedliche Unternehmensgrößen und Anforderungen bietet Softwaresucher, wo sich Tools direkt miteinander vergleichen lassen.
Häufige Fragen
Was unterscheidet Social CRM von klassischem CRM?
Klassisches CRM konzentriert sich auf strukturierte Daten aus E-Mails, Telefonaten und Transaktionen. Social CRM erweitert diese Datenbasis um soziale Signale: Kommentare, Direktnachrichten, Erwähnungen und Profilinformationen aus Netzwerken wie LinkedIn, Instagram oder Facebook. Der wesentliche Unterschied liegt darin, dass Social CRM Kunden auch dort erfasst, wo Gespräche informell und spontan entstehen, und diese Informationen direkt in die Kundenhistorie integriert, anstatt sie getrennt im Social-Media-Tool zu verwalten.
Welche Social-Media-Kanäle eignen sich am besten für Social CRM?
Die Antwort hängt stark vom Geschäftsmodell ab. B2B-Unternehmen profitieren am stärksten von einer LinkedIn-Integration, da dort professionelle Kontakte gepflegt, recherchiert und qualifiziert werden. Im B2C-Bereich sind Instagram und Facebook besonders relevant, da Kunden dort Produkte entdecken und direkte Nachrichten an Unternehmen senden. Wichtig ist, die Integration nicht auf alle Kanäle gleichzeitig auszurollen, sondern mit dem meistgenutzten Kanal zu beginnen und die Prozesse schrittweise zu erweitern.
Ist Social CRM DSGVO-konform umsetzbar?
Ja, Social CRM lässt sich DSGVO-konform gestalten, erfordert aber klare Prozesse. Öffentlich zugängliche Profilinformationen dürfen zu legitimen Geschäftszwecken verarbeitet werden, wenn eine Rechtsgrundlage vorliegt. Direktnachrichten und Interaktionsdaten müssen transparent dokumentiert und auf Anfrage gelöscht werden können. Viele CRM-Systeme bieten hierfür spezifische Datenschutzfunktionen. Es empfiehlt sich, vor der Einführung eine Datenschutz-Folgenabschätzung durchzuführen und die entsprechenden Verarbeitungstätigkeiten im Verzeichnis der Verarbeitungstätigkeiten zu dokumentieren.
Wie lange dauert die Einführung eines Social CRM?
Bei einem CRM-System, das bereits native Social-Media-Integrationen bietet, kann ein erster funktionierender Social-CRM-Prozess innerhalb weniger Wochen eingerichtet werden. Die technische Integration ist oft schneller abgeschlossen als die organisatorische Vorbereitung. Klare Verantwortlichkeiten, definierte Datenprozesse und die Schulung des Teams benötigen realistisch betrachtet zwei bis vier Wochen zusätzlich. Unternehmen, die komplex zusammengewachsene Systemlandschaften haben oder mehrere Kanäle gleichzeitig integrieren wollen, sollten eher einen Zeitraum von zwei bis drei Monaten einplanen.